In dem oben erwähnten Zeitungsartikel wird auch im Zusammenhang über einen Prozeß gegen Goldberg wegen der von ihm zu verantwortenden Todesfällen zweier Frauen berichtet, er habe in „… Hohenschönhausen eine Privatklinik für Frauen. Er soll hunderte von Operationen dort ausgeführt und in den Kreisen der Patientinnen sich großer Beliebtheit erfreut haben, da er von unbemittelten nie Honorar zu nehmen pflegte.“ Der Zeitungsartikel, erschienen 1921, bezieht sich auf zwei Todesfälle im Jahre 1911, die „erst jetzt“, also im Jahr 1921 zur Aburteilung kommen. Das Urteil wird mit einer Haftstrafe von zwei Jahren angegeben, „bei sofortiger Verhaftung“. Andererseits wissen wir, daß die frühen zwanziger Jahre die Blüte der Berliner Kommune waren, es ist also unwahrscheinlich, daß Goldberg seine Haftstrafe in voller Länge verbüßt hat. Weiterhin erwähnt der Artikel eine weitere Haftstrafe von 14 Monaten im Zusammenhang mit Vergehen gegen den §218. In einem Jahre später von ihm verfassten Artikel erwähnt er, daß er zahlreiche Länder besucht und viele Jahre in Gefängnissen verbracht habe. Der bereits erwähnte Zeitungsartikel bestätigt diese Angaben. Während seiner Flucht und Reisejahre lernt er Fremdsprachen oder vervollkommnet seine Kenntnisse (Französisch, Englisch, Italienisch, IDO…). Er widmet sich zunehmend der Philosophie und der Literatur. Die Musik, getreu den ästhetischen Prinzipien Nietzsches, spielt ebenfalls eine grosse Rolle in seinem Weltbild. Es ist nicht bekannt, ob er zu jener Zeit als Arzt arbeitet.

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