Goldberg ist unter der Berliner Adresse Rosenthaler Str. 62 (das Gebäude existiert noch) als Arzt verzeichnet. Er korrespondiert mit verschiedenen Führern der europäischen anarchosyndikalistischen Bewegung (darunter auch mit R. Grossmann alias Pierre Ramus, nur ein Brief erhalten) und bemüht sich mit geringem Erfolg um die Anerkennung seiner theoretischen und praktischen Vorschläge zur Gesellschaftsveränderung. Veröffentlichung der „Mitteilungsblätter der Höhle von Zaratustra“. Es erscheinen insgesamt 3 Hefte mit den Titeln „Kulturphilosophische Betrachtungen“, „Zivilisation und Kultur“ und „Kulturkampf statt Klassenkampf“ im Selbstverlag der „Verlagsgruppe La Kaverno di Zaratustra“ unter der Adresse Mulackstr. 21, Berlin Mitte (das Gebäude existiert noch). Außerdem unterhält er mit der Kommune ein Stück Land mit einer primitiv ausgebauten natürlichen Höhle im Rothen Luch, östlich Berlins an der Bahnlinie Richtung Seelow/Küstrin gelegen. Goldberg hatte diese Parzelle in malerischer Umgebung, die heute als „Naturpark Märkische Schweiz“ bekannt ist, als die Gründungszelle für die allmähliche Entwicklung der von ihm propagierten „Gärtnereien, Kleinvieh- und Geflügelzüchtereien und Landwirtschaften“ ausgesucht. Der Standort ist heute nach den akribischen Nachforschungen von Dr. Otfried Schröck (Waldsieversdorf) präzise bestimmt worden. Die Gegend ist eigentlich wenig geeignet für die Verwirklichung seiner Pläne, da es sich um ein ziemlich feuchtes Moorgebiet handelt, das keinerlei Felsen oder spektakuläre Aussichten besitzt. Hinzu kommt, dass der Boden nicht besonders fruchtbar ist und es im Sommer von Mücken wimmelt. Aber es ist billig, es befindet sich in der Nähe der Bahnlinie und es sind andere anarchistische Siedlungen in unmittelbarer Nachbarschaft. Dies erlaubt Filareto, die Gründung einer neuen Lebens- und Produktionsweise zu experimentieren, ohne die Bindungen zum Leben und zu den Arbeitsstellen der Genossen in der Stadt völlig zu kappen. Er und andere Mitglieder der Kommune verbrachten dort den ganzen Sommer und sogar Perioden während der kalten Jahreszeit. Mit mindestens zwei Frauen, die Mitglieder der Kommune sind, hat Filareto Kavernido zwischen 1921 und 1927 mehrere Kinder: mit der bereits erwähnten Hannchen, (geb. am 13.4.1889 in Groß-Wanzleben) und einer aus Deutsch Krone, dem heutigen Walcz in Polen, stammenden Tochter aus jüdischem Hause (geb. 1900), die er spätestens 1919 kennenlernt. Alle Kinder bekommen einen Ido-Namen.

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