Die Namen von Kindern der Kaverno

Miniatur-Bibliothek – Ido – Die Weltsprache der Zukunft Grammatik 1910

von Santiago Tovar

Im Jahre 2020 fanden wir eine kleine Broschüre im Nachlass von Vertuemo Gloger, Sohn Filareto Kavernidos und Hannchen Glogers.

Sie gehört zur populär-wissenschaftlichen Sammlung der Miniatur-Bibliothek, Leipzig. Das Büchlein ist ca. 1910 veröffentlicht. Der Titel lautet: „Ido – Die Weltsprache der Zukunft – Schematische Grammatik nebst Lesestücken und Wurzelverzeichnis“.

 Wir nehmen an, dass das Buch ursprünglich Heinrich Goldberg gehört haben könnte, dann in Hannchens Hände gelangte und von da bei Vertuemo Gloger landete. Eine andere Möglichkeit ist, dass Vertuemo das Büchlein viele Jahre später antiquarisch erworben hat; dies scheint uns jedoch etwas unwahrscheinlich. Aber vielleicht hat es jemand anderes besorgt, denn im vorliegenden Exemplar ist ein mit Bleistift notierter Preis (5,-) hinten aufgeschrieben. Wir haben jedenfalls festgestellt, dass das Büchlein gegenwärtig online für 18,- Eur bestellt werden kann.

Auf der Titelseite sind 3 Ziffern mit Bleistift geschrieben, und zwar die Zahlen 154, 159 und 162. Auf den entsprechenden Seiten des Lexikons bzw. Wurzelverzeichnis, sind folgende Begriffe mit Füllfedertinte hervorgehoben: 

saj Wissen; 

tamen jedoch; und 

vertu Tugend, die jeweils den Namen der drei Kinder, die Hannchen in der Kommune bekam, entsprechen: Sajero, Tamen und Vertuemo.

Die Vermutung liegt nahe, dass Hannchen sich über die Bedeutung der Namen in diesem Büchlein informiert oder vergewissert hat. Eine andere Interpretation für die handschriftlichen Zeichen ist, dass Mitglieder der Familie Jahre später nachgeschlagen haben, um zu bestätigen, was sie über die Herkunft ihrer ungewöhnlichen Namen gehört hatten. Uns gefällt die erste Option besser, davon ausgehend, dass es nach der Familienüberlieferung Hannchen war, welche den Namen für die letzte Tochter (1925) selbst, und zwar betont trotzig aussuchte: Tamen: jedoch oder dennoch. Für die beiden ersten Kinder ist davon auszugehen, dass Heinrich Goldberg die Namen bestimmt hatte: Vertuemo (1921) und Sajero (1923). (eigentlich Sajeso, siehe hier: Lebendige Propagandisten des Ido).

Hinzu kämen andere Ido-Namen von Kindern der Kommune, die im Zuge der Nachforschungen aufgetaucht sind: Joyigemo (bis heute dachten wir, der Name habe mit Gerechtigkeit zu tun. Nun scheint es ziemlich sicher, dass es die Wurzel joyFreude als Grundlage hat), Esperoza (esper– Hoffnung), Veremino (ver– Wahrheit), Agemino (ag Handlung, Tat), Faro (far Leuchtturm), Amozino (am Liebe) oder Sunozino (sun Sonne)

Santiago Tovar 2021 – aktualisiert 12.23